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SchweizerInnen werfen riesige Summen für Steuerberatung auf, zwecks Optimierung der Abzüge. Das System bestraft alle mit sinnloser Mehrarbeit beim Ausfüllen der Steuererklärung und schafft wegen der Verbreitung der Abzugsmöglichkeiten längst keine sinnvollen Anreize mehr. Profitieren kann nur das Beratungsgewerbe und einige Schwerreiche, auf Kosten der breiten Bevölkerung.
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Bei einer Flat-Tax ohne jeglichen Ausnahmen würden vorab die Einkommen des unteren Mittelstandes profitieren. Sie sind es nämlich, die heute die grösste Steuerlast tragen müssen.

Wer ein Haus besitzt oder selbständig ist, kann diverse Abzüge geltend machen und profitiert vom momentanen System der tausend Ausnahmen. Dies sind oft Leute mit einem höheren Einkommen.

Leute mit tiefen Einkommen profitieren heute von diversen Transferzahlungen (Krankenkassenverbilligung, tiefere Kita-Tarife, je nach dem Stipendien).

Das Problem ist, dass für viele Familien, die zwischen 60'000 und 100'000 Franken verdienen, ein höheres Einkommen gar nicht rentiert, weil sie alles was sie dazu verdienen, gleich wieder verlieren. (Höhere Steuern, keine Vergünstigungen mehr). Das betrifft insbesondere junge Familien, wo die Eltern beide Teilzeit arbeiten möchten.

Wenn es eine Flat Tax ohne jegliche Ausnahmen gäbe, würde der Staat soviel an Verwaltungkosten sparen, dass er weniger Steuern erheben müsste. Mit einem hohen Freibetrag könnten zudem gewisse Transferzahlungen und progressive Tarife abgeschafft werden.

Am Schluss würden alle profitieren: Die kleinen Einkommen zahlen keine Steuern mehr, die mittleren Einkommen weniger und die Leute mit hohen Einkommen können sich ihre teuren Steuerberater sparen.
4 Kommentare
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Genau meine 3 Stufen Theorie :)
Schön erklärt!
Elias Maier - Präsident Jungfreisinnige Burgdorf, jf 6. August 2009 Verstoss melden
Aber Jan, was soll denn aus dem armen Steuerberater werden? ;-)
David H - Piraten 24. August 2009 Verstoss melden
Das tönt alles gut und schön. Doch wo liegt dieser Freibetrag und besteht da nicht der Anreiz, sich mit zwielichtigen Methoden Steuerfreiheit zu erschleichen?
Julian Meier 4. September 2009 Verstoss melden
Und wie soll das funktionieren? Irgendwie muss die selbe Menge an Steuern wieder reinkommen. Dafür müsste aber der Mittelstand massiv höhere Steuern als heute zahlen.
Dominik Fitze - JUSO 23. März 2010 Verstoss melden
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Die Flattax bring allen etwas, vorallem der Mittelstand welcher oft "ausgenommen" wird und die meisten Lasten tragen.
Auch die unfairen Abzüge und Einkommen 0.- sollen nicht mehr möglich sein. Eine Flattax bringt eine starke Vereinfachung in das bisher sehr komplizierte und unübersichtliche Steuersystem Schweiz.
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Die Idee des Bürgergeldes geht auf Milton Friedman zurück, der in den 1960er Jahren eine negative Einkommensteuer vorschlug. Danach würde das Finanzamt jedem Steuerpflichtigen, dessen Einkommen unter einem festzulegenden Minimum liegt, die Differenz zu diesem Minimum ohne Prüfung der Bedürftigkeit überweisen. (wikipedia)
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Der Niedrigverdiener wird durch die Flattax gegenüber einem progressiven System mehr belastet. Der Niedrigverdiener hat also mit dem progressiven System mehr Geld in der Tasche, das er gleich investiert, da er aufgrund seiner Situation kein Kapital anhäufen kann. So wird die Binnenwirtschaft durch hohen Konsum weiterhin stimuliert.

ergo: progressiv > flat

Der Grossverdiener wird durch die Flattax entlastet. Dieser hat also ein paar tausend Franken mehr auf der Seite. diese investiert er jedoch nicht, sondern häuft ein Vermögen an oder legt sie an. Die schweizerische Wirtschaft profitiert also nicht von den Steuererleichterungen der Flattax.

ergo: progressiv > flat

Die Idee der Flattax unter liegt dem Irrglauben, dass eine geringe Besteuerung der Reichen deren Reichtum stärken und diese dazu veranlassen würde, mehr Arbeitsplätze zu schaffen, was nachweislich nicht funktioniert hat, sie "trickle down economics" in den USA.
4 Kommentare
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Tatsächlich kommt es aber nicht draufan, wieviele Steuern die Niedrigverdiener im Vergleich mit den Grossverdienern zahlen, sondern wieviele Steuern die Niedrigverdiener im Vergleich zu vorher zahlen. Wichtig ist nur, ob ihre Steuerbelastung durch die Einführung der Flat-Tax sinkt oder steigt - und das wiederum kommt draufan, wie hoch man sie ansetzt.
Ronnie Grob 4. August 2009 Verstoss melden
der entscheidende punkt ist die höhe des freibetrags. wenn dieser hoch genug ist, zahlen geringverdiende keine steuern und für mittlere einkommen ergibt sich trotz flattax eine progression, weil sie nur einen teil ihres einkommens versteuern müssen. je höher das einkommen, desto höher der anteil, somit ergibt sich eine progression.
wenn dann keinelei abzüge möglich sind, wird die geschichte deutlich fairer, weil die belastung mehr mit belastbarkeit zu tun hat als heute, wo sie viel mit dem know-how zum ausnutzen des steuersystems zu tun hat, was sich aber erst bei hohen einkomen einzukaufen lohnt.
setzt einen vernünftig hohen steuersatz und tiefe indirekte steuern voraus, ansonsten wird der effekt wieder zu nichte gemacht.
Andreas Burger - SP 18. August 2009 Verstoss melden
Wichtig scheint mir auch die Bilanz für den Staat.
Claude Senn 28. Mai 2010 Verstoss melden
Der Staat muss in erster Linie Steuern erheben, um seine Aufgaben bewältigen zu können. Da ist es natürlich hilfreich, wenn das System möglichst einfach ist und möglichst alle gleich behandelt. Die Flat Tax belastet nachweislich den Mittelstand, entlastet die untersten Einkommen und ist für die höheren Einkommen attraktiv, weil die Steuerlast berechenbar ist. Für die Einkommenssteuer wäre sie zumindest eine Prüfung wert - zwischen Steuerspezialisten und Steuerämtern. Was mit Sicherheit eliminiert gehört ist der Dschungel an Abzügen und Förderbeiträgen, welche die Politik über Jahrzehnte als Steuergeschenke (im Wahlkampf) versprochen und später umgesetzt hat. Das ist der Grund, weshalb unser Steuersystem heute so unübersichtlich ist. Es lässt einen Rückschluss auf die Interessen zu, welche einzelne Lobbys jahrelang verfolgt haben. Vielleicht sind wir ja in der Lage, über kurz oder lang diesen Unsinn zu beenden...
Raffael Grassi - GLP 27. Juli 2010 Verstoss melden
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Einfachheit ist wichtiger als die angebliche Entlastung von uns Niedrigverdienenden. Fragt sich bloss, ob das "Bedingungslose Grundeinkommen" nicht noch richtiger, wichtiger und prioritärer wäre.
Juan Romero Abelleira 27. Juli 2009 Verstoss melden
Das Grundeinkommen ist ein interessanter Ansatz und müsste auf jeden Fall seriös geprüft werden. Denn wenn jede(r) über ein Grundeinkommen verfügen würde, dass das Existenzminimum abdeckt, dann würden die IV/Sozailhilfe Administration entlastet werden. Andererseits muss die Finanzierung dafür ja irgendwoher kommen...MwSt?, höhere Einkommenssteuer? Denn eine Frage stellt sich der Laie immer wieder: Ist es besser für mich, wenn ich arbeite oder möchte ich lieber vom Grundeinkommen leben? Im Prinzip erledigt sich die Frage, weil das Grundeinkommen keine grossen Sprünge zulässt...wer also mehr "konsumieren" will, arbeitet zusätzlich...
Raffael Grassi - GLP 27. Juli 2010 Verstoss melden
@Raffael Grassi: Diese Frage stellt sich beim heutigen Sozialhilfesystem noch viel mehr, denn unter Umständen wirkt sich Arbeiten gar nicht positiv aufs Portmonee aus – mit einem Grundeinkommen hingegen auf jeden Fall.

Eine Flattax kombiniert mit einem bedingungslosen Grundeinkommen ergäbe zusammengerechnet auch wieder eine progressive Steuerkurve.
David H - Piraten 27. Juli 2010 Verstoss melden
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